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Wie oft war ich verletzt, verärgert, enttäuscht. Manchmal bin ich es sogar heute noch. Aber inzwischen prägt mich die wertvolle Erinnerung, mit einem vertrauten Menschen darüber reden zu können. Mich haben fast das ganze Berufsleben lang wertvolle Supervisoren begleitet und reich gemacht.

Einer der Spitzensprüche einer Begleitung hieß: "erkannt, benannt, gebannt". Oft muss ich an diesen "Zauberspruch" denken: die eigenen Gefühle wahrnehmen, spüren, wo ich bin und was meiner Seele weh tut. Dem Schmerz oder der Wut einen Namen geben.

Manchmal brauche ich heute noch einen anderen, der mir hilft zu sagen, was ich wirklich empfinde. Und dann die Befreiung, wenn endlich auch dieses Kind einen Namen hat.

Ich halte es für eine hohe Kunst, in der Trauer die Tage und Momente, den Verlust und Schmerz benennen zu können. In München hilft uns ein Trauer-Café dazu. Da kommen Menschen, um endlich einmal reden zu können, - und hören, wie es anderen geht, es tut gut: https://ebw-muenchen.de/artikel/724/Trauercafe


Martin Stählin (*1948)
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