In diesem Lied von Julie Hausmann klingt die tiefe Bereitschaft an, Gott blind zu vertrauen, auch wenn man ihn im Alltag nicht sehen kann. Gott wird mit „Du“ angesprochen. Das hat auch Jesus in einer damals revolutionären Art der Innigkeit getan. Diesem "Du" vertraut Julie Hausmann auch alle Dunkelheiten in ihren Stimmungslagen und auf ihrem Lebensweg Gott an. So entstand die Theorie, dass sie das Lied als Reaktion auf einen persönlichen Schicksalsschlags gedichtet habe: Sie habe einen Afrika-Missionar heiraten wollen, ihn aber bei ihrer Ankunft dort tot aufgefunden. Wahrscheinlich ist diese Deutung aber eine Legende. Das Lied wurde früher oft bei Trauungen nach dem Ringwechsel gesungen. Das ist theologisch ein bisschen problematisch: Mit dem "Du" ist ja Gott gemeint - nicht der Lebenspartner.

Hier der Text:

So nimm denn meine Hände
Und führe mich
Bis an mein selig Ende
Und ewiglich.

Ich mag allein nicht gehen,
Nicht einen Schritt;
Wo du wirst gehn und stehen,
Da nimm mich mit.

In dein Erbarmen hülle
Mein schwaches Herz
Und mach es gänzlich stille
In Freud und Schmerz;
Laß ruhn zu deinen Füßen
Dein armes Kind;
Es will die Augen schließen
Und glauben blind.

Wenn ich auch gleich nichts fühle
Von deiner Macht,
Du führst mich doch zum Ziele,
Auch durch die Nacht.
So nimm denn meine Hände
Und führe mich
Bis an mein selig Ende
Und ewiglich.
Julie Hausmann
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