Bild von der Gedenkseite für Herbert Döring (1945 - 1993)

Herbert Döring (1945 - 1993)

* Mitwitz (Bayern) 3. Oktober 1945 † Coswig (bei Dresden) 10. November 1993
Herbert Döring (48)
- wenn das Schweigen zerbricht -

✤
Geboren im bayerischen Mitwitz,
geprägt durch den Vater Hans,
der die Schrecken
des Zweiten Weltkriegs
hautnah erlebte,
kriegsversehrt zurückkehrte
und für sein restliches Leben
gezeichnet blieb.
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Als pazifistischer Kommunist war
seinem Vater Hans ein Leben
in Bayern (BRD) nicht möglich –
– die junge Familie zog
in das vom Feuersturm
13. – 15.02.1945 zerstörte Dresden
(DDR), wo Herbert Döring
mit seinen Geschwistern aufwuchs.
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Am 21. Juli 1968
heiratete Herbert Döring
in Schönfließ bei Berlin (DDR)
seine Ursula Ciemilewski.
Zwei Söhne wurden geboren.
Herbert Döring baute Haus
und Hof für seine Familie aus
und wurde dann als Polizist
in Berlin angeworben,
zuletzt als Abschnittsbevollmächtigter
(ABV) im Kissingenviertel
(Berlin-Pankow).
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Die Schneekatastrophe 1978/79,
der Zusammenbruch der Infrastruktur
dabei auf dem Land
und die zunehmende Überlastung
im Dienst
durch etliche Suizide in seinem Revier
führten am 13. August 1981,
dem 20ten Jahrestag des Mauerbaus,
zu einem schweren
psychischen Zusammenbruch.
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Nach langem Klinikaufenthalt
lebte Herbert Döring ab 1982
wieder in Dresden
bei seinen Eltern, frühberentet.
.. arbeitete später, als es ihm
ein wenig besser ging,
im Minijob als Portier
an der Semper-Oper.
✤

Er starb am 10. November 1993
im Alter von nur 48 Jahren
in Coswig bei Dresden.
Was zunächst für eine
Lungenentzündung gehalten wurde,
erwies sich bei näherer Untersuchung
als Krebs im Endstadium.
Ihm blieben nur noch drei Wochen.
✤

Ein Geheimnis nahm Herbert Döring
mit ins Grab – eine Wahrheit,
die sich erst Jahrzehnte später offenbarte
mit der Zustellung seiner Stasi-Akte
an mich am 24.12.2021.
✤

Es war der Tag als Papa ..
in einem tiefrot strahlenden Licht heimkehrte.
Zu mir ins Herz.
✤

In ehrendem Gedenken – und in Liebe
☽ Dein Sohn · Frank der Pfadbereiter ☾
- Archiv der Menschlichkeit -
✤

„Einmal wissen
dieses bleibt für immer
Ist nicht Rausch, der schon
die Nacht verklagt
Ist nicht Farbenschmelz
noch Kerzenschimmer
Von dem Grau des Morgens
längst verjagt.
Einmal fassen tief im Blute fühlen
Dies ist mein und es ist nur durch dich.
Klagt ein Vogel
– Ach auch mein Gefieder.
Nässt der Regen flieg ich durch die Welt„
..
[Quelle: City – `Am Fenster´- Rauchfuß]
.
Verfasst von: Frank Woßeng
© Bild: Frank der Pfadbereiter
 
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