* Klein Mutz 4. September 1952 † Berlin 29. Mai 2015
Wilfried Ciemilewski (62)
– ruh & rau –
04.09.1952 – † 29.05.2015
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Der Tag.
29. Mai 2015.
Ein Tag ohne Anlass, aber die Tränen liefen einfach.
Grundlos, dachte ich.
Vier Tage später die Nachricht:
Onkel Wilfried ist tot.
Der erste Bruder meiner Mutter.
Der andere, Bodo, starb bereits als Säugling.
Wilfried ging genau in dem Moment, als die Tränen flossen.
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Torgelow.
Kindheitsbilder.
Besuch bei ihm oben in MeckPomm.
NVA-Zeit, Soldat über Jahre.
Die Kiefernwälder, der märkische Sand, die Hitze.
Und die Plattenbauten – damals das Versprechen von Moderne.
Im Kino lief „Brust oder Keule“.
Louis de Funès und die Angst vor dem künstlichen Essen.
Heute ist die industrielle Landwirtschaft,
das Labor-Futter, längst bittere Realität.
Wilfried mittendrin in dieser Welt
aus Beton und Kiefernnadeln.
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Der Bruch.
1982.
Er steht plötzlich vor der Tür seiner Schwester.
Alles hingeschmissen.
Marlies weg, die Tochter Sandra weg.
Er suchte Halt und Arbeit.
Er fand beides.
Wieder Platte, diesmal Kaulsdorf.
Und er fand Gudrun – die Jugendliebe.
Kreise, die sich schließen.
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Die dunkle Symmetrie.
Der Tag seines Todes, dieser 29.05.2015,
war der Tag, an dem André Gleißner geboren wurde.
Ein Leben geht, ein anderes kommt.
Neun Jahre später:
Der 20.12.2024. Magdeburg.
Der Weihnachtsmarkt. Der Anschlag.
André, noch ein Kind, wird dort aus dem Leben gerissen.
Alles hängt zusammen an diesem 29. Mai
– ein Datum zwischen Abschied
und einem viel zu kurzen Anfang.