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von Sonnenanbeterin

Steben gemeinsam gestalten

Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist auch eine Lernchance

Sieben Jahre lang habe ich mich als Ehrenamtliche in der Hospizarbeit eingebracht. Wir wurden über fast zwei Jahre lang intensiv ausgebildet und haben uns getraut, uns ganz persönlich mit dem Einüben von Abschiednehmen auseinanderzusetzen. Es gab viel zu lernen und in  der Gruppe konnten wir uns gegenseitig austauschen und bestärken.

Diese Zeit gehört zu einer der eindrücklichsten in meinem bisherigen Leben. Es war so oft so überraschend anders als gedacht!

Es gab zu lachen am Sterbebett! Wir haben wunderschöne Tote bewundert. Das Leben wurde leuchtender. Der Glaube tiefer und relevanter.

Als junge Frau habe ich entdeckt, wie toll und aufregend gut es ist, dass man seine Kinder zu Hause gebären kann. Das wusste ich vorher gar nicht. 

Auch das Sterben ist so eine Art Geburt. Es ist ein ähnlich schmerzvoller Übergang in eine andere Welt – in eine neue Daseinsform könnte man sagen.

Ich würde mir sehr wünschen, wir könnten uns das viel selbstverständlicher und auch weniger angstbesetzt trauen, zu Hause zu sterben. Aber nicht nur zu Hause, auch in öffentlichen Einrichtungen lässt sich die Zeit des Sterbens bewusst gestalten. Haben Sie keine Scheu, den örtlichen Hospizverein um Besuche und Begleitung zu bitten oder bringen Sie sich selbst dort ein! 

Auf dass der Tod uns nicht voneinander und von uns selbst entfremdet! Sondern dass wir ihn tapfer feiern! Das Zimmer schmücken, Kerzen entzünden, Gebete wieder finden und uns gegenseitig damit nicht alleine lassen.

Pfarrerin Claudia Henrich-Eck

https://www.evangelisch-lechbruck.de/