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von Martin

Halten Sie fest, was Ihnen wichtig ist!

Liedwünsche, prägende biographische Erlebnisse oder ein Ihnen besonders an Herz gewachsener Bibelvers? Helfen Sie den Menschen, die Sie eines Tages verabschieden, indem Sie selber Verfügungen treffen!

Die Hinterbliebenen haben unmittelbar nach einem Todesfall erstmal richtig Stress. Sie müssen ganz, ganz viele Entscheidungen treffen. Dabei sind sie oft emotional sehr angegriffen. Das macht es ihnen schwer, Entscheidungen reklektiert und klug zu treffen.

Das Vorgespräch beim Bestatter dauert ca. 1,5 Stunden und in dieser Zeit müssen etwa hundert Fragen beantwortet werden. Und auf viele Fragen sind die Angehörigen innerlich nicht vorbereitet. Meistens entscheiden sie ich dann einfach so, wie der Bestatter es ihnen vorschlägt.

Wenn Sie sich einen liebevollen, individuellen Abschied wünschen und Ihre Angehörigen entlasten wollen, sollten Sie bei Zeiten dafür vorsorgen: Schreiben Sie einfach mal auf, was Ihnen mit Blick auf Ihre eigene Bestattung wichtig ist!

“Ich habe immer einfach gelebt und so soll auch meine Bestattung einfach sein" - hat Ethel F. notiert. Sie nannte fünf Lieder, die selber gerne gesungen hat und wünschte sich, dass zwei von ihnen bei der Bestattung gesungen werden.

Auf einer eng beschriebene Seite erzählte sie aus ihrem Leben. Sie wob dabei immer wieder den 23. Psalm ein. Damit lag der Beeridigungsspruch ja quasi auf der Hand und erwies sich dann als wunderbarer Schlüssel, um ihre Persönlichkeit in der Grabrede zur Sprache zu bringen.

Ethel F. hatte auch ein Gebet ergänzt, dass sie auswendig konnte. Natürlich haben wir dieses Gebet dann in der Aussegnungshalle gesprochen.

Es war für die Trauergemeinde schön, dass die Verstorbene selber in dieser Weise geholfen hat, sie so zu verabschieden, wie sie war und das zur Sprache zu bringen, was ihr wichtig war.

Manche Menschen haben eine innere Hemmung, die eigene Bestattung zu bedenken. “Wenn ich da was aufschreibe, dann habe ich irgendwie das mulmige Gefühl, dass ich dann vielleicht auch sterben muss” erklärt eine Hospizhelferin mir.

Vielleicht ist es dsehalb wichtig, dass Sie wissen: Ethel F. hat noch über zehn Jahre gelebt, als sie ihre Gedanken zur eigenen Beerdigung aufschrieb. Und das ist typisch für die Menschen, die derartige Verfügungen treffen. Fast nie stammen die Aufzeichnungen aus den letzten Jahren unmittelbar vor dem Tod.

Ich selber habe auch schon aufgeschrieben, was mir mit Blick auf meine Bestattung am Herzen liegt. Und ich war gerade mal Mitte 50 als ich es tat. Und das ist ein paar Jahre her und der Zettel liegt in meinen Unterlagen und ich bin guter Dinge, dass es da noch lange liegt - aber wenn er dann eines Tages gebraucht wird, dann wird er für diejenigen, die mich bestatten hilfreich sein.